Fadenlose Bindungen








Auf naturfarbenem Maulbeerbaumpapier entfalten sich feine, fast archaisch wirkende Strukturen. Die sichtbaren Fasern des Papiers bilden ein lebendiges Grundgewebe, das atmet, sich bewegt und den Blick in seine Tiefe zieht. Darauf applizierte Formen erinnern abstrakt an Panama‑und Köperbindungen – zwei Grundprinzipien des Webens, hier jedoch gelöst aus ihrer Funktion, befreit von Regelhaftigkeit und Rhythmus. Die Strukturen erscheinen wie Spuren eines uralten Handwerks, das sich in eine zeitgenössische, reduzierte Bildsprache übersetzt. Farblich bleibt alles ton in ton: ein stilles Gespräch zwischen Material und Form, zwischen Oberfläche und Durchscheinendem. Das Zusammenspiel von Papierfaser und applizierter Struktur erzeugt eine fragile Spannung: ein Gewebe, das nicht gewebt ist, und doch von der Idee des Webens erzählt.
- Details⤫